Radon richtig messen ist nicht trivial.

Hier ist der Fachmann gefragt. Denn anders als bei üblicher elektrobiologischer Messtechnik wird bei der Radonproblematik nicht ein biologisch aktiver Peakwert als Bewertungsmaßstab für die gesundheitliche Problematik herangezogen. Bei einer radioaktiven Exposition müssen wir Dauer und Dosis der Radonbelastung bewerten. Das heißt, um eine Vergleichsmöglichkeit mit den empfohlenen Referenzwerten zu haben, müssten wir einen Jahresdurchschnittswert ermitteln.

Vor einem geplanten Neubau sollte das Grundstück mit einer Bodenmessung untersucht werden, um festzustellen wie hoch in einem Meter Tiefe die Radonkonzentration in der Bodenluft ist. Bei einem vorhandenen Haus sollten der Keller sowie die Wohn-, KInder-, Schlaf- und Arbeitsräume gemessen werden. Ergänzend kann die Radonkonzentration im Wasser und Baustoffen (Exhalationsmessung) ermittelt werden.

Es gibt zwei Arten der Radonmesstechnik. Die Messung kann mit sogenannten passiven Dosimetern mit Kernspurdetektoren durchgeführt werden, oder es kann mit präzisen, aktiven elektronischen Messgeräten gemessen werden. Die Radonmessungen können als Kurz- oder Langzeitmessungen angelegt werden.
Um eine sichere und aussagekräftige Bewertung der aktuellen Radonwerte vornehmen zu können müssen mit einem aktiven Messgerät Langzeitmessungen durchgeführt werden. Die Messwerte müssen im Gerät zusammen mit Temperatur und Luftfeuchtigkeit protokolliert werden.

Messtechnik für die Radonmessung

Radon Dosimeter Sarad Doseman

Die EU hat 2014 neue verbindliche Radon-Referenzwerte beschlossen. Die  Richtlinie wurde am 17.04.2014 veröffentlicht und ist einem umfassenden  Bevölkerungsschutz verpflichtet. Die EU-Staaten sind aufgefordert die  Vorgaben bis spätestens 06. Februar 2018 in nationales Recht umzusetzen. Es werden neue Referenzwerte und Gebäuderichtlinien für einen  Radonschutz umzusetzen sein. Die Gebäuderichtlinien sollen verhindern, dass radioaktives Radongas ins  Haus eindringen kann. Es muss in der Öffentlichkeit publik gemacht  werden, dass Radon die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs ist. Der neue Referenzwert, den die EU-Richtlinie  vorgibt, beträgt 300 Bq/m³. Die WHO empfiehlt den Wert von 100 Bq/m³ im  Jahresmittel nicht zu überschreiten.

Radon-Thoron_monitor-Sarad

Eigentlich sollte die Messdauer ein Jahr betragen, da die Referenzwerte als Jahresmittelwerte angegeben werden. In der Praxis führen wir aber zuerst eine Kurzzeitmessung über 7 Tage durch. Wenn sich daraufhin Hinweise auf eine erhöhte Radonkonzentration zeigen, wird eine Langzeitmessung mit einer Messdauer von drei Monaten gemacht. Diese Messzeit jedoch idealerweise im Frühjahr oder Herbst liegen.

Nach der Messung der vorhandenen Radondosis im Haus stellt sich die Frage, wie und wo kommt das Radon ins Haus? Um wirkungsvolle Sanierungsmaßnahmen umsetzen zu können muss jetzt nach der Langzeitmessung nach dem Ort des Radoneintritts ins Gebäude gesucht werden.

Die Eintrittsstelle kann manchmal optisch identifiziert werden, wenn offensichtliche Schäden an Fundament oder Kellermauerwerk erkennbar sind.
Wenn keine offensichtlichen Leckstellen sichtbar sind, muss mit geeigneten, hochauflösenden Messgeräten (Sniffermessung) nach einer erhöhten Radonkonzentration im Raum bzw. an den Auswänden oder am Boden gesucht werden.
Auch die Zeitdauer des Radonanstiegs nach einer Lüftung sollte gemessen werden, um weitere Hinweise auf die Eintrittsstelle erhalten zu können.

Bildquellen: www.sarad.de

Radonmessung

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