Eine Radonbelastung muss minimiert werden.

Radon stellt das größte umweltbedingte Risiko dar, an Lungenkrebs zu erkranken. Die WHO ruft dazu auf über das weit verbreitete aber meist unterschätzte Risiko von Radon zu informieren. Aktuelle Studien belegen, dass bei längerem Aufenthalt in radonbelasteten Wohn- und Arbeitsräumen das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken deutlich zunimmt. Das Risiko nimmt um 10 %  pro Anstieg der Radonkonzentration um 100 Bq/m³ zu. Ab 140 Bq/m³ steigt die Krebsrate kontinuierlich an.

Für die Bewertung der Radonkonzentration werden üblicherweise Jahresmittelwerte herangezogen. Ein in Deutschland üblicher Mittelwert für eine natürliche Radonkonzentration liegt bei ca. 50 Bq/m³. Für Wohn-, Arbeits- und Schlafräume sollten Werte kleiner 100 Bq/m³ angestrebt werden. Räume mit höherer Radonkonzentration sollten nur kurzzeitig genutzt werden. Bei Radonwerten über 1.000 Bq/m³ sollten kurzfristig Sanierungsmaßnahmen zur Radonminimierung geplant und durchgeführt werden.

Radon ist nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Problematisch ist dabei nicht das Radon selbst, sondern die Alpha-Teilchenstrahlung der kurzlebigen aber energiereichen Radonfolgeprodukte Blei, Wismut und Polonium. Diese können sich an Staubteilchen (Aerosole) in der Luft anlagern, werden eingeatmet und können dann längere Zeit in der Lunge an den Lungenbläschen anhaften. Dies hat eine hohe Strahlenbelastung der Lunge und Bronchien zur Folge. Das Radongas selbst wird nahezu vollständig wieder ausgeatmet.

Radioaktivität in unserer Umwelt

Die Gesundheitsproblematik ist inzwischen durch viele Studien, die seit 1990 in Deutschland und weltweit durchgeführt wurden belegt. Im Vergleich zur gesundheitlichen Auswirkung von radioaktivem Radongas sind die weiteren natürlichen Strahlenbelastungen als gering einzustufen.

Radon, das im Bodengestein freigesetzt wird, kann an erdberührenden Bereichen des Hauses über Leckstellen, Risse und Hauseinführungen von Kabeln etc. ins Hausinnere, das heißt, den Keller und von dort aus ins gesamte Haus gelangen.

Über undichte Kellertüren oder über offene Treppenhäuser und einem Temperaturgefälle zwischen Keller und den oberen Geschossen, kann die radonhaltige Luft durch einen sogenannten Kamineffekt (Unterdruck) im ganzen Haus verteilt werden.
Nur noch selten treten Fälle auf, bei denen Radon direkt aus Baumaterialien austritt. Auch die Freisetzung von Radon aus dem Trinkwasser spiel in Europa nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Richtwerte:
1990 wurde von der EU empfohlen im Jahresdurchschnitt einen Referenzwert von 400 Bq/m³ (entsprechend 20 mSv) in Wohnräumen nicht zu überschreiten. In neu zu errichtenden Häusern soll ein Wert von 200 Bq/m³ (10 mSv) nicht überschritten werden.
1994 empfiehlt die Strahlenschutzkommision in Deutschland einen Richtwert von 250 Bq/m³. Bei Werten größer 1.000 Bq/m³ gilt das Haus als sanierungsbedürftig.
Bis spätestens 2018 sollen europaweit Empfehlungen ausgesprochen und flächendeckend Messungen durchgeführt werden. Es ist davon auszugehen, dass die neuen empfohlenen Referenzwerte bei 100 Bq/m³ liegen werden, da die neusten Forschungsergebnisse schon ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko zwischen 100 und 199 Bq/m³ nachweisen.

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radonsaniert

Weitere natürliche, radioaktive Strahlungsquellen sind die kosmische Strahlung aus dem Weltraum. Radon kann auch in Wasser gelöst sein, und die Nahrung kann radioaktiv sein. Nicht zu vernachlässigen sind noch die künstlichen Strahlungsursachen bei medizinischen Untersuchungen (Röntgenstrahlung), die Strahlung bei Kernkraftwerken und Forschungseinrichtungen und bedingt durch kerntechnische Unfälle.

Radonbelastung

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